Ein Herz für den kleinen Stürmer Maurice

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Ein Herz für den kleinen Stürmer Maurice

Beitragvon salech » 12.10.2009 16:51

Bild Auf dem Fußballfeld ist er Stürmer. Aber nach einer Herzmuskelentzündung kämpft er an einer ganz anderen Front. Seine Mannschaft: Mutter Yvonne Jost (33) und die Ärzte vom Leipziger Herzzentrum. Zusammen haben sie ein Ziel: Maurice mit einem dringend benötigten Spenderherzen zurück ins normale Leben zu bringen.

Er ist ein Junge, wie andere in seinem Alter auch: Lausbubengesicht, Herr-der-Ringe-Fan, fußballvernarrt. Bisher lebte Maurice unbeschwert auf einem zwar abgelegenen sächsischen Bauernhof, aber doch nicht hinter den sieben Bergen. Denn "Mo", wie Maurice alle liebevoll nennen, ist aufgeweckt, mag Mathe und Sport, kennt viele Fußballvereine. Die Welt war in Ordnung in der vierköpfigen Familie, zu der Mutter Yvonne, Vater Maik und der zwei Jahre ältere Bruder Melvin gehören. Die Sommerferien fingen gerade an, als der Junge plötzlich hohes Fieber bekam. "Er fantasierte ganz stark und erkannte uns nicht mehr", erinnert sich Yvonne Jost. Der erste behandelnde Arzt diagnostizierte sofort eine Herzmuskelentzündung.

Noch in der Nacht wurde der Siebenjährige vom sächsischen Lichtenstein mit Blaulicht ins Leipziger Herzzentrum gefahren. Das Herz drohte zu versagen. Der Wettlauf gegen die Zeit begann. Maurice wurde in ein künstliches Koma gelegt und mehrmals operiert. Dabei erhielt er ein Kunstherz. Mutter Yvonne wich Maurice nicht von der Seite. "Als er nach einer Woche aufwachte und seufzte er: "Ein Glück, Mama, du bist da". "Da standen mir vor Erleichterung die Tränen in den Augen", denkt sie zurück. Aber die Zahnarzthelferin weiß, dass ein Kunstherz nur eine Übergangslösung sein kann. Maurice braucht ein Spenderorgan.

Seit ein paar Wochen steht er auf der Transplantationsliste mit höchster Dringlichkeit. Das bedeutet ein Leben auf Abruf in einem Zimmer der Kinderstation. Das bedeutet, untrennbar verbunden zu sein mit einer computergesteuerten Kunstherzmaschinerie, die außerhalb des Körpers schlägt und einengt. Doch Maurice und seine Mutter geben nicht auf. Sie richten sich, so gut es geht, auf ein paar Quadratmetern häuslich ein. An den Wänden hängen Fußballtrikos, Mutmachersprüche aus der Schule ("Du fehlst uns sehr bei Spiel und Spaß, werde gesund und gib Gas."), Tapferkeitsurkunden von den umsorgenden Klinikmitarbeitern, zu denen unter anderen der Kinderkardiologe Dr. Michael Weidenbach und der Herzchirurg Dr. Markus Barten gehören. Ihre Herzen hat Maurice schon längst im Sturm erobert.

Seitdem das Schicksal Yvonne Jost auf die Probe stellt, spürt sie, wie wichtig es ist, einen Organspendeausweis zu besitzen. Sie ließ ihn wenige Tage, nachdem ihr Sohn erkrankt war, ausstellen. Damit zählt sie zu den 17 Prozent der Bevölkerung, die einen Organspendeausweis bei sich führen. Die viel zu geringe Zahl führt zu extrem langen Wartezeiten.

Im November wird Maurice acht Jahre alt. Dass er seinen Geburtstag in der Klinik feiern muss, steht jetzt schon fest. Das schönste Geschenk für ihn wäre, endlich das lebensrettende Spenderherz zu bekommen.

Hintergrundinfos: http://www.dso.de

Thomas Gillmeister

Quelle: Bild
A... HOCH FÜR CHEMIE!!!
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