Krieg in Libyen

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Krieg in Libyen

Beitragvon salech » 24.04.2011 06:13

"Misrata ist frei"

Rückzug nach wochenlangen blutigen Gefechten: Die Truppen des libyschen Machthabers Gaddafi ziehen sich offenbar aus dem heftig umkämpften Misrata zurück. Die Rebellen erklären, die Stadt befreit zu haben. Die humanitäre Lage in der Stadt bleibt katastrophal. Kampfdrohnen der USA greifen unterdessen zum ersten Mal Gaddafis Truppen an.


Nach sieben Wochen zermürbender Kämpfe haben die libyschen Rebellen ihre weit im Westen gelegene Hochburg Misrata nach eigener Aussage wieder unter ihre Kontrolle gebracht.

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"Misrata ist frei", sagte ein Sprecher der Aufständischen der Nachrichtenagentur Reuters in einem Telefonat. Die Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi seien auf der Flucht. Eine Bestätigung der Angaben aus unabhängiger Quelle lag zunächst nicht vor. Gefangen genommene Soldaten berichteten jedoch, ihnen sei am Freitag der Abzug befohlen worden.

Das Regime hatte zuvor bereits angekündigt, seine Truppen aus drittgrößten Stadt des Landes zurückzuziehen und den Stämmen der Region den Kampf gegen die Aufständischen zu überlassen. "Die Lage in Misrata wird von den Stämmen in der Umgebung und den Menschen in Misrata geregelt, entweder mit Gewalt oder in Verhandlungen", sagte der stellvertretende Außenminister Khaled Kaim nach Angaben des arabischen Nachrichtensenders Al-Dschasira am späten Freitagabend vor Journalisten.

Ein Sprecher der Aufständischen in Bengasi reagierte mit Spott auf die Ankündigung Kaims. "Was sollen das für Stämme sein, die Gaddafi unterstützen?", fragte Ahmed Bani nach Berichten des US-Senders CNN. Dies Manöver zeige nur, dass Gaddafi versuche, sein Gesicht zu wahren. "Es bestätigt, dass unsere Rebellen Misrata befreit haben und dass Libyen noch immer aus einem Teil besteht und nicht aus zwei, wie Gaddafi es sich erhofft", sagte Bani. Wenn die Regierungstruppen Misrata verlassen, sei "das Spiel aus". Allerdings bezweifelte er, dass sie dies wirklich tun werden.

Nach Kaims Angaben haben die Regierungstruppen von den Stammesführern einen Zeitrahmen gesetzt bekommen, den Aufstand niederzuschlagen. "Es gab ein Ultimatum für die libysche Armee: Wenn sie das Problem in Misrata nicht lösen, werden die Menschen aus (den benachbarten Ortschaften) Zliten, Tarhuna, Bani Walid und Tawargha dorthin gehen und mit den Rebellen reden", sagte Kaim. "Wenn sich diese nicht ergeben, werden sie mit ihnen kämpfen."

Die Kämpfe hatten am Vormittag trotz der Ankündigung des Rückzugs angehalten. Am Samstag wurden bis zum Mittag mindestens zehn Menschen getötet, wie ein Arzt des größten Krankenhauses der Stadt der Nachrichtenagentur AFP sagte. Seit dem Morgen seien rund 50 Verletzte eingeliefert worden. Die Zahl der Toten und Verletzten habe damit bereits am Mittag die Zahl erreicht, die normalerweise an einem ganzen Tag eingeliefert würden. "Wir sind überfordert, es fehlt uns an allem: an Personal, Geräten, Medikamenten", sagte der Arzt. Mit wenigen Minuten Abstand fuhr ein Krankenwagen nach dem anderen vor, wie ein AFP-Reporter berichtete. Krankenhauspersonal wusch eilig Blut von den Tragbahren. Unter den Verletzten waren auch Soldaten Gaddafis.

Die USA flogen am Samstag den ersten Militärschlag mit einer Kampfdrohne. Laut Nato zerstörte der unbemannte Flieger einen Raketenwerfer der Regierungstruppen nahe Misrata. US-Präsident Barack Obama hatte erst am Donnerstag den Kampfeinsatz der ferngesteuerten unbemannten Flugzeuge vom Typ Predator gegen die Truppen von Gaddafi beschlossen. Zwar waren bereits in den vergangenen Wochen bewaffnete US- Drohnen in Libyen eingesetzt worden, aber sie absolvierten lediglich Aufklärungsflüg

Die Luftangriffe auf Tripolis gingen auch in der Nacht zum Samstag weiter. Dabei sei auch ein Parkplatz vor der Residenz Gaddafis im Zentrum der libyschen Hauptstadt getroffen worden, sagte ein Regierungssprecher nach Berichten von CNN. Drei Menschen sollen dabei getötet worden sein.

Am Karfreitag hatten die Kampfjets der internationalen Truppen 59 Einsätze über Libyen geflogen, wie die Nato am Samstag berichtete. In der Nähe der Hauptstadt Tripolis zerstörten sie zwei Kommandobunker. In der Nähe von Misrata trafen Nato-Kampfjets drei Panzer, zwei Luftabwehrradars und einen Bunker. Im Nordwesten, nahe der Städte Mizda und Zintan, seien unter anderem drei Munitionsbunker und mehrere Gebäude bombardiert worden. In der Nähe der wichtigen Ölstadt Ras Lanuf wurden zwei gepanzerte Fahrzeuge zerstört. Damit zählt die Operation "Vereinte Schutzmacht" seit ihrem Beginn am 31. März insgesamt 1432 Kampfeinsätze.

Quelle: Sueddeutsche.de
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