Urteil in Leipzig: Hohe Haftstrafe für Michelles Mörder

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Urteil in Leipzig: Hohe Haftstrafe für Michelles Mörder

Beitragvon salech » 02.10.2009 17:25

Der Mörder der achtjährigen Michelle ist zu einer Jugendstrafe von neun Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Die Richter am Landgericht sahen es als erwiesen an, dass der heute 19 Jahre alte Daniel V. das Mädchen im August 2008 missbraucht, brutal misshandelt und getötet hat.

Hamburg - Der Mörder der kleinen Michelle aus Leipzig muss neun Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Der 19-Jährige hatte gestanden, die Achtjährige im August 2008 missbraucht und brutal getötet zu haben. Das Landgericht Leipzig sprach Daniel V. am Freitag des Mordes, schweren sexuellen Missbrauchs und der Vergewaltigung schuldig. Der Vorsitzende Richter Norbert Göbel sprach von einer "fürchterlich grausamen Tat".

"Es war alles von Anfang an geplant", sagte Göbel in der Urteilsbegründung. Daniel V. habe Michelle über mehrere Tage beobachtet, bevor er beschlossen habe, sich an ihr sexuell zu vergehen. Um Michelle gefügig zu machen, habe er Gewalt angewendet, sie geschlagen und ihr Alkohol eingeflößt. Aus Angst vor den Konsequenzen habe er das Mädchen schließlich getötet. Nach Auffassung des Gerichts handelte Daniel V. aus niedrigen Beweggründen.

Der Teenager wurde nach Jugendstrafrecht verurteilt, weil er erhebliche Reifemängel hat und sozial gestört ist. Bei Erwachsenen steht auf Mord lebenslänglich.

Strafmildern wertete das Gericht das Geständnis des Angeklagten und die psychische Erkrankung des Angeklagten. Ein Gutachter hatte Daniel V. unter anderem eine leichte autistische Störung bescheinigt, er ist demnach aber voll schuldfähig. Zudem habe der Angeklagte Reue erkennen lassen, sagte Göbel.

Der Angeklagte hatte am ersten Prozesstag Mitte August vor Gericht gestanden, Michelle am 18. August 2008 auf dem Heimweg vom Schulhort abgepasst und in seine Wohnung gelockt zu haben. Dort missbrauchte er sie, anschließend schlug und würgte er sie so stark, dass sie ihren Verletzungen erlag. Drei Tage später wurde die Leiche des Mädchens in einem kleinen Teich in der Nähe ihres Wohnortes gefunden. Erst Anfang März 2009 stellte sich der 19-Jährige der Polizei.

"Es war ein Martyrium für sie"

Die Staatsanwaltschaft hatte die Höchststrafe von zehn Jahren gefordert. Aufgrund seines Alters und seiner "mangelnden sittlichen und geistigen Entwicklung" müsse das Jugendstrafrecht angewendet werden, sagte der Staatsanwalt in seinem einstündigen Plädoyer am Freitag vor dem Landgericht Leipzig. Ausschlaggebend für das Strafmaß sei für ihn die hohe Brutalität, mit der der Angeklagte die Tat begangen habe. Er habe in seiner langjährigen Dienstzeit solch eine Tat noch nicht erlebt, sagte der Staatsanwalt. Michelle habe einen minutenlangen Todeskampf führen müssen. "Es war ein Martyrium für sie."

Zudem habe der Angeklagte die kindliche Arglosigkeit des Mädchens ausgenutzt. Er habe die Vergewaltigung von vornherein geplant. Als sich Michelle wehrte, habe er "aus Wut und Rache" auf sie eingeschlagen und sie schließlich erwürgt. Dieser Mord sei nicht als Affekttat zu bewerten, sagte der Staatsanwalt, sondern geschah zur Verdeckung der vorherigen Tat.

Diese Aspekte seien so gravierend, dass auch das Geständnis des Angeklagten nicht strafmildernd wirken könne. Zwar habe der Angeklagte die Tat gestanden, allerdings erst nach einer stundenlangen Vernehmung. Auch habe er sich am 8. März nur bedingt freiwillig der Polizei gestellt. An jenem Tag hätten die Beamten bei ihm ohnehin einen DNA-Test genommen und ihn somit überführt.

"Einzelgänger, Außenseiter und Muttersöhnchen"

Der Verteidiger sagte, sein Mandant sei ein "Einzelgänger, Außenseiter und Muttersöhnchen". Hinzu komme seine leichte autistische Erkrankung, durch die er "nicht gefühlsarm, sondern gefühlskrank" gewesen sei. Aufgrund des Geständnisses und der Lebensumstände könne sein Mandant jedoch nicht zur Höchststrafe verurteilt werden. Der Anwalt beantragte eine Jugendhaft von acht Jahren und sechs Monaten.

In seinem Schlusswort vor Gericht sagte Daniel V., das Ausmaß seiner Tat sei ihm erst im Verlauf des Prozesses richtig bewusst geworden. Er sei schockiert darüber, dass die Familie seines Opfers so tief traumatisiert sei.

Der Vertreter von Michelles Familie hatte sich der Forderung der Staatsanwaltschaft angeschlossen und darüber hinaus eine Verurteilung unter dem Vorbehalt der nachträglichen Sicherungsverwahrung verlangt.

han/siu/AP/dpa/ddp
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