Zum Tod von Patrick Swayze

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Zum Tod von Patrick Swayze

Beitragvon salech » 15.09.2009 14:46

Ewiger Tanzlehrer mit magischer Anziehungskraft Bild

Hollywoods Top-Liga blieb ihm verwehrt, doch seine Rolle im Mega-Erfolg „Dirty Dancing“ machte Patrick Swayze über Nacht berühmt – und bringt Frauenherzen noch heute aus dem Rhythmus.

Von FOCUS-Online-Redakteur Jochen Krauß und FOCUS-Online-Autorin Mareile Kurtz


Eine enge schwarze Hose und ein schwarzes Muscle-Shirt – mehr brauchte Patrick Swayze 1987 nicht, um die Frauen in aller Welt verrückt zu machen und sich in die Herzen der Fans zu tanzen. Solchermaßen gewandet wirbelte Macho Johnny Castle (Swayze) durch den Überraschungshit „Dirty Dancing“. Den einsamen Rebellen am Rande der Gesellschaft sollte Swayze im Lauf seiner Karriere noch oft spielen.

Auch Tanzlehrer Johnny war einer dieser echten Kerle, die durch Unnahbarkeit und Machismo eine geradezu dämonische Anziehungskraft auf brave Mädchen ausüben. Swayzes „Opfer“ wurde in einem der erfolgreichsten Tanzfilme aller Zeiten von Jennifer Grey verkörpert. Als Tochter aus gutem Hause verfällt sie Johnny, der in ihr nicht nur das Talent für den Mambo, sondern auch die ganz großen Gefühle weckt. Choreograf Kenny Ortega orientierte sich bei allen Tänzen am Stil der frühen 60er-Jahre, einige Einflüsse stammen vom Mambo und anderen kubanischen Tänzen. Bis heute wird der Ausdruck „dirty dancing“ in den USA auf Tanzstile angewandt, die betont sexy und effektvoll inszeniert werden.

Die Produktionskosten von fünf Millionen US-Dollar hat „Dirty Dancing“ mit weltweit mehr als 200 Millionen Dollar (etwa 130 Millionen Euro) längst wieder eingespielt, das Video verkaufte sich mehr als zehn Millionen Mal. Neben den wilden Tanzeinlagen überzeugte Swayze im Film auch als Sänger. Seine gehauchte Ballade „She’s Like The Wind“ stürmte weltweit die Hitparaden. Für den Filmsong „(I Had) The Time Of My Life“, ein Duett von Jennifer Warnes und Bill Medley, erhielten die Komponisten 1988 einen Oscar.

Vom Balletttänzer zum Bürgerkriegshelden

Der Rhythmus war Swayze praktisch in die Wiege gelegt worden: Er wurde am 18. August 1952 im texanischen Houston als Sohn der Tänzerin und Choreografin Patsy Swayze geboren. Auch Patricks Karriere begann im Tanzstudio – er absolvierte in New York eine Ausbildung zum Balletttänzer, eine Tatsache, die den meisten seiner Fans bis zum Durchbruch mit „Dirty Dancing“ verborgen blieb. Zwei Jahre vor der Rolle, die ihn über Nacht weltberühmt machen sollte, wirkte Swayze in der Familiensaga „North and South“ mit. Die aufwendig produzierte Seifenoper über zwei Familien aus Pennsylvania und South Carolina in Zeiten des amerikanischen Bürgerkriegs war unter dem Namen „Fackeln im Sturm“ auch in Deutschland ein Erfolg und machte den jungen Schauspieler hierzulande bekannt. Patrick Swayze spielte damals den jungen Südstaaten-Offizier und Plantagenbesitzer Orry Main, der die Sklaverei befürwortet, seine Angestellten jedoch außergewöhnlich fair behandelt.

Drei Jahre nach „Dirty Dancing“ landete Swayze dann den nächsten großen Kino-Hit. Als Liebesbote aus dem Jenseits rührte er im Weichzeichnergetränkten Liebesfilm „Ghost – Nachricht von Sam“ Millionen zu Tränen. Swayze spielte darin einen Banker, der nach seiner Ermordung verzweifelt versucht, der trauernden Witwe (Demi Moore) Botschaften aus dem Jenseits zu schicken. Die legendäre Szene, in der Swayze und Moore gemeinsam an der Töpferscheibe „verschmelzen“, wurde später dutzendfach in US-Klamotten wie „Die nackte Kanone“ parodiert.

Einsamer Wolf im Actionfach

Ende der 80er-Jahre versuchte Swayze, das Image vom ewigen Tanzlehrer abzustreifen. In „Roadhouse“ (1989) gab er einen Türsteher und Profi-Schläger mit Herz, mit „Ruf nach Vergeltung“ festigte er im gleichen Jahr seinen Ruf als Actionstar. Zwei Jahre später überzeugte er die Kritiker wieder als einsamer Wolf: In Kathryn Bigelows Thriller „Point Break – Gefährliche Brandung“ durfte Swayze wieder lange Haare tragen und sich als surfender US-Bankräuber mit Keanu Reeves duellieren. 1995 überraschte er Fans und Kritiker dann mit seiner Wandlungsfähigkeit, in dem er für „Too Wong Foo“ in Frauenkleider schlüpfte. In Beeban Kidrons Film spielten Swayze, Wesley Snipes und John Leguizamo drei Drag-Queens auf einer turbulenten Reise durch die USA.

Obwohl Swayze nie ins Rampenlicht drängte und mit seiner Frau Lisa Niemi zurückgezogen nördlich von Los Angeles lebte, sprach er Zeit seines Lebens offen über ganz persönliche Dämonen wie seine Alkoholsucht. Nach der Krebsdiagnose im Mai 2008 machte er auch seine Erkrankung öffentlich. Selbst die verfrühte Meldung seines Ablebens – ein US-Radiosender hatte den Schauspieler im Frühjahr 2009 irrtümlich für tot erklärt – konnte Swayze nicht erschüttern. Bis zuletzt setzte er die Krebstherapie fort und drehte für die US-Serie „The Beast“, in der er einen Chicagoer Ermittler spielte. Auf der Leinwand kämpfte Patrick Swayze stets am Rande der Gesellschaft für seine Überzeugung und gegen die Ungerechtigkeiten des Lebens. Den letzten Kampf hat der charismatische Schauspieler im Alter von 57 Jahren gegen seine Krebserkrankung verloren.

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A... HOCH FÜR CHEMIE!!!
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