Skispringen: Betrinken war keine Lösung

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Skispringen: Betrinken war keine Lösung

Beitragvon salech » 30.12.2009 17:07

In der deutschen Mannschaft gilt es, das schlechte Abschneiden beim Auftakt der Vierschanzentournee aufzuarbeiten. Trainer Schuster verkniff sich Radikalmaßnahmen.
Von FOCUS-Online-Autorin Kathrin Zeilmann, Oberstdorf


Positive Emotionen wollte Werner Schuster entfachen, die Sportler sollten Freude empfinden an den Tourneeschanzen. Diese Hoffnungen haben sich nicht erfüllt. Spaß hatten die deutschen Springer wohl kaum in Oberstdorf beim Auftakt der Vierschanzentournee. Michael Uhrmann nicht, der als 50. und Letzter den Wettbewerb beendete, Michael Neumayer nicht, der deutlich die Finalteilnahme verpasste. Martin Schmitt auch nicht, der als 23. nur Durchschnitt ablieferte. Womöglich hatte Pascal Bodmer noch am ehesten Grund zur Zufriedenheit, als Zwölfter bot er eine solide Leistung.

Die Vierschanzentournee hat gerade erst begonnen – und Cheftrainer Schuster wappnet sich schon für Grundsatzdebatten. Der Weg zurück an die Weltspitze sei eben nur mit Geduld zu schaffen. „Vielleicht ist der Tiefpunkt noch gar nicht erreicht. Wir dürfen auf keinen Fall in Hysterie verfallen. Jetzt sind Ruhe und Geradlinigkeit gefragt“, sagte Schuster.

Einzelgespräche

Schusters Weg sei alternativlos, ergänzte Horst Hüttel, im Deutschen Skiverband (DSV) der „Abteilungsleiter“ der Skisprung-Sparte, und erinnerte an die langen Jahre des Abstiegs des deutschen Skispringens. Das ließe sich nicht mir nichts, dir nichts aufholen, sondern erfordere Durchhaltevermögen. Die Verteidigungsrede zum Tourneeauftakt galt einer zutiefst verunsicherten Mannschaft, die in Einzelgesprächen mit dem Trainer, wie Schuster berichtete, den Wettkampf von Oberstdorf aufarbeitete. „Wir haben uns nicht betrunken, und ich habe auch nicht draufgehauen“, versicherte er.

Schuster muss weiter auf das Trio Schmitt, Neumayer und Uhrmann setzen, auch wenn alle drei in absehbarer Zeit ihre Laufbahn beenden dürften. Als sogenannten Routiniers hätten ihnen aber weder die widrigen Wetterbedingungen noch die erwartungsfrohen Zuschauer von Oberstdorf etwas ausmachen dürfen – und dennoch wirkten sie wie verschreckte Schülerspringer, die erstmals erfahren, dass es auf der Schanze windig werden kann und der Wind nicht immer aus der gewünschten Richtung weht. Diese Generation sei zwar noch zu guten Ergebnissen fähig, „aber eben nicht konstant“, seufzte Schuster. Martin Schmitt etwa, Tournee-Vierter des Vorjahres, feilt bislang vergeblich an der Verbesserung seines Sprungs. „Im Vorjahr war ich zu diesem Zeitpunkt weiter“, gab er zu.

„Stimmung ist intakt“

Am Mittwoch ging es weiter nach Garmisch-Partenkirchen. Schuster erwartet, dass sich die Mannschaft wieder aufrappelt, dass sie Oberstdorf als Mahnung versteht – und vielleicht sogar als befreiendes Erlebnis in der Gewissheit, dass es nur noch besser werden kann: „Vielleicht wirkt das Ergebnis befreiend. Die Stimmung ist intakt, das Vertrauen zwischen Trainern und Athleten auch. Wir sind stärker und werden das unter Beweis stellen.“ Er muss jetzt kämpferisch klingen. Sonst schleppt er negative Emotionen durch die Tournee – und möglicherweise darüber hinaus.

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A... HOCH FÜR CHEMIE!!!
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